Afrikanische Lebensfreude steckt an

Von Ursula Blaich, Schwarzwäder Bote

Ein Fest der interkulturellen Begegnung mit einem Trommelkonzert und der Vorführung des Films "Hotel Panorama" bescherte den Besuchern auf dem Waldfestplatz in Loßburg einen unterhaltsamen lauen Sommerabend.

Loßburg. Das Publikum bei der Veranstaltung im Rahmen des Loßburger Eventsommers war gespannt – sowohl auf das einleitende Trommelkonzert wie auch auf den Film "Hotel Panorama", der die Menschen und die Situation hinter den Kulissen des Loßburger Flüchtlingsheims zeigt und der bereits bei der Uraufführung im Kinzighaus auf großes Interesse gestoßen ist.

Die musikalische Einstimmung auf den Abend mit einer afrikanischen Trommelgruppe erwies sich als außergewöhnlich und exotisch. Sie versetzte die zahlreichen Besucher in Erstaunen. Die schwarzafrikanischen Musiker trommelten, sangen, tanzten und boten mit viel Rhythmik und Temperament Einblicke in einen fremdartigen Kulturkreis. Die Lebensfreude der jungen Trommler war ansteckend und überschwänglich, sodass sich die Festbesucher auf dem Freigelände gerne mitreißen ließen und begeistert im Takt mitklatschten.

Die Gruppe dankte mit einem afrikanischen Gedicht inklusive kurzer Übersetzung für die Gastfreundschaft in Loßburg. Die Musiker seien bestrebt, ihre afrikanische Kultur den Menschen ein wenig näher zu bringen, informierte einer der Trommler.



Bürgermeister Christoph Enderle dankte den afrikanischen Gästen für ihren außergewöhnlichen musikalischen Einstieg und begrüßte die Besucher "in einer ganz besonderen Location zu einem tollen Filmerlebnis". Er erinnerte kurz an die Anfänge des Films "Hotel Panorama" der beiden Schömberger Regisseure Liza und Sebastian Heinzel im April dieses Jahres. Bei einem zweiwöchigen Workshop im Flüchtlingsheim und bei Begegnungen mit den Loßburgern wurde aus mehr als 20 Stunden Rohmaterial ein Film zusammengestellt.

"Wir können stolz sein auf das, was wir geschafft haben. Es ist ein Stück weit sogar ein Leuchtturmprojekt", sagte der Bürgermeister, "denn keine Gemeinde im Landkreis hat es geschafft, den Flüchtlingsalltag zu dokumentieren".

Mit den derzeit 178 Flüchtlingen und Asylanten in der Gemeinde gebe es ein gutes Miteinander. Enderle überbrachte auch die Grüße des Landrats Klaus Michael Rückert, "dem das Projekt sehr am Herzen liegt".

Vor der Open-Air-Premiere des Films auf der Großbildleinwand informierten die beiden Regisseure darüber, wie der Film zustande kam. Man habe nicht nur gedreht, sondern auch zusammen geweint, gelacht und gestritten, sagten sie. Der Film beschäftige sich mit der Frage, ob es möglich ist, Freunde zu sein, und öffne die Türen des ehemaligen Panorama Hotels, in dem nun mehr als 100 Menschen aus aller Welt wohnen.



Flüchtlinge und Einheimische verwirklichen gemeinsames Projekt

Vor großer Publikumskulisse wurden in dem Dokumentarfilm viele Einblicke in das Leben der Flüchtlinge geboten. Im Anschluss an die Filmvorführung standen Regisseure und Darsteller für Fragen zur Verfügung.

Die Idee zum Film sei es gewesen, dass Deutsche und Flüchtlinge zusammenkommen, um ein gemeinsames Projekt zu verwirklichen. Es sei auch für das Filmteam überraschend gewesen, wie gut das geklappt habe, informierten Liza und Sebastian Heinzel. Etwas bedauerlich sei, dass keine Frauen am Filmprojekt teilgenommen hätten, obwohl auch Frauen im Hotel Panorama wohnen. Der Film werde jetzt auf Festivals und im Rahmen von Asylkreisen gezeigt, teilten Liza und Sebastian Heinzel mit.

ame>